Der Menstruationszyklus – läuft die Regel nach Regel?


Andauernde Krämpfe, Blut auf dem Laken und Hunger auf Süßes. Fast jeder, der seine Periode schon hatte, kennt mindestens eins dieser Dinge. Hat man dann schlechte Laune, wird man direkt mit der Frage „Hast du etwa deine Tage oder was?“

konfrontiert.

Doch was steckt wirklich hinter diesen Vorurteilen und wie viel Wahrheit enthalten sie?


Die Periode begleitet menstruierende Personen von der Pubertät bis in die Wechseljahre. Davon ausgehend, um die 80 Jahre alt zu werden, ist das ein halbes Leben! Eine Person im Alter von 12 - 52 Jahren menstruiert insgesamt ganze 450 Mal. Aber was passiert eigentlich vor, während und nach der Periode im Körper?

Der Menstruationszyklus dauert üblicherweise zwischen 25 und 36 Tage. Die oft genannten 28 Tage sind der Durchschnitt, nicht die Regel. Der Zyklus lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. In welche und was in der jeweiligen Phase passiert, klären wir jetzt:


Die Menstruation:

Der erste Tag der Blutung (auch Periode, Menstruation, Rote Woche, Rote Welle oder irgendein anderer Begriff mit dem vorangestellten Adjektiv "rot") kennzeichnet den Beginn der Menstruationsphase. Die Gebärmutter will Platz für Neues schaffen.

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Daher entledigt sie sich der nicht befruchtete Eizelle samt den oberen Schichten der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Da die Gebärmuttermuskeln sich hierbei zusammenziehen, um das Gewebe zu lösen, kann es zu Krämpfen kommen. So entstehen die Menstruationsschmerzen.


Dein Körper benötigt in dieser Phase dadurch etwa 100-300 Kalorien mehr am Tag. Eben weil der Körper viel Energie für diesen Tapetenwechsel aufwendet, sind die 3-7 Tage der Menstruation eine gute Zeit, um sich Ruhe und Entspannung zu gönnen. Die Blutung ist eine Reinigung und bereitet die Gebärmutter auf die nächste Phase vor. In der Regel verliert eine menstruierende Person in diesem Zeitraum um die 20-60 Milliliter Blut. Liegt eine sehr starke Blutung vor (regelmäßig über 80 Milliliter) bezeichnet man das als Hypermenorroeh - dabei können bis zu 200 Milliliter Blut verloren werden!


Follikelphase (vor dem Eisprung):

Nachdem die Gebärmutter fertig mit der Reinigung ist, beginnt sie mit dem Aufbau neuer Gebärmutterschleimhaut und dem Wachstum neuer Eizellen. Hierbei wird das Hormon Östrogen ausgeschüttet und das follikelstimulierenden Hormon (FSH) produziert. Follikel sind Strukturen in den Eierstöcken der Gebärmutter, die unentwickelte Eizellen beherbergen.

Durch den Anstieg des Östrogenspiegels wird die Schleimhaut der Gebärmutter gut genährt

und durchblutet. Dadurch wird sie flüssiger, was sich oft durch vermehrten Ausfluss bemerkbar macht. Dieser Vorgang macht es Spermien einfacher, in die Gebärmutter zu gelangen und sie können dort oft mehrere Tage überleben. Die Follikelphase auch oft als der „innere Frühling“ bezeichnet - eine Phase des Neuanfangs und Wiederaufbaus. In dieser Zeit wird wieder neue Energie und Kraft geschöpft. Also die perfekte Zeit um aktiv zu werden, mit Freunden rauszugehen und kreativ zu werden!


Ovulation (der Eisprung)


In dieser Phase erreicht das Level an Östrogen im Körper seinen Höhepunkt und das Follikel, worin mittlerweile eine Eizelle herangereift ist, platzt auf. Die Eizelle springt in den Eileiter über, wobei sie durch die Fimbrien aufgefangen wird. In dieser Phase bist Du besonders fruchtbar, wodurch sich auch die sexuelle Lust verstärkt bemerkbar machen kann. Dein Körper versucht so, Deine Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Während der Ovulation strahlt Dein Körper förmlich vor Energie und Vitalität. Besteht ein Kinderwunsch, ist jetzt die Zeit dafür.


Lutealphase (nach dem Eisprung)

Nach dem Eisprung bewegt sich die Eizelle in die Gebärmutter und wartet auf ein Spermium, um befruchtet zu werden - immerhin geht es hier ums nackte Überleben. Denn unbefruchtet überlebt sie nur etwa 24 Stunden. Währenddessen beginnt der Follikel nun das Hormon Progesteron zu erzeugen. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vor. Der Anteil der Glückshormone Östrogen und Serotonin ist im Körper zu dem Zeitpunkt vergleichsweise niedrig. Dadurch kann zum prämenstruellen Syndroms (PMS) kommen. Es gibt über 150 Symptome von PMS, daher ist es auch so schwer, eine allgemeine Lösung für alle zu finden. Hast Du selbst PMS, dann hör auf Deinen Körper und probier aus, was Dir am besten tut. Zu den Symptomen von PMS zählen häufig Heißhunger, Wassereinlagerungen. Gewichtszunahme, Hautunreinheit, Unterleibs- und Rückenschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme.

Mit dieser Phase endet der Menstruationszyklus. Sie ist perfekt geeignet dafür, Dinge zu Ende zu bringen und zu reflektieren und besonders, um Alles etwas langsamer anzugehen.


Die verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus haben sowohl körperlichen als auch mentalen Einfluss. Abgesehen davon ist jeder Körper individuell und es ist ganz normal, dass er hin und wieder etwas mehr oder weniger Zeit braucht, um sich anzupassen. Also kein Stress, wenn mal etwas nicht so läuft wie vorgestellt. Akzeptiere diese individuellen Phasen, lerne sie zu schätzen und ganz wichtig: Hör auf die Bedürfnisse Deines Körpers. Versuch Dich doch mal mit Deinem Lebensstil und Deiner Ernährung nach Deinem Menstruationszyklus zu richten. Go with the flow!

Solltest Du jedoch unter starken Schmerzen oder generell unter deinem Zyklus leiden, lohnt es sich, das einmal ärztlich abchecken zu lassen. Dahinter können sich verschiedene Krankheiten, wie etwa Endometriose, Adenomyose oder PCOS verstecken.


Da jeder Körper individuell ist, kann es schwer sein, die eigenen Bedürfnisse während des Zyklus zu erkennen und zu erfüllen. Keine Sorge, Du musst nicht ganz alleine rausfinden, wie Du das anstellen sollst.

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Bis nächste Woche!

Dein Happy Period Team





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